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Leitfaden

Steuersystem Vietnam für ausländische Investoren 2026 — Vollständiger Leitfaden

Veröffentlicht am 25. April 2026·5 Min. Lesezeit

Die Körperschaftsteuer (CIT) in Vietnam beträgt 20 Prozent des zu versteuernden Gewinns; in Sonderwirtschaftszonen und Hochtechnologiebereichen sind bis zu 15 Jahre lang nur 10 Prozent möglich. Die Mehrwertsteuer liegt je nach Warenart bei 0, 5 oder 10 Prozent. Die Einkommensteuer für steuerlich ansässige Personen ist progressiv und erreicht 35 Prozent, nicht ansässige Ausländer zahlen pauschal 20 Prozent.

Warum das Steuersystem Vietnam für ausländische Investoren so wichtig ist

Vietnam hat sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Investitionsstandort in Südostasien entwickelt. Mit einem stabilen Wirtschaftswachstum, einer jungen Bevölkerung und einer zunehmend offenen Handelspolitik zieht das Land immer mehr ausländische Unternehmen an. Wer jedoch erfolgreich in Vietnam investieren möchte, muss das lokale Steuerrecht Vietnam genau verstehen – denn Fehler können teuer werden.

Dieser vollständige Leitfaden erklärt die wichtigsten Steuerarten, aktuelle Regelungen für 2026 und gibt praktische Hinweise, wie ausländische Investoren ihre Steuerlast legal optimieren können.

Körperschaftsteuer Vietnam: Grundlagen und aktuelle Sätze

Die Körperschaftsteuer Vietnam (Corporate Income Tax, CIT) ist die wichtigste Steuer für Unternehmen, die in Vietnam tätig sind. Der Standardsteuersatz beträgt 20 Prozent auf den steuerpflichtigen Gewinn. Für bestimmte Branchen – etwa Erdöl- und Gasförderung – können jedoch höhere Sätze von bis zu 50 Prozent gelten.

Steuervergünstigungen für ausländische Investoren

Vietnam bietet attraktive Steueranreize, um ausländische Direktinvestitionen zu fördern. Unternehmen, die in bestimmten Wirtschaftszonen oder bevorzugten Sektoren tätig sind, können von reduzierten Steuersätzen profitieren:

  • 10 Prozent CIT für bis zu 15 Jahre in Sonderwirtschaftszonen und Hochtechnologiebereichen
  • Sonderkonditionen für Investitionen in sozial schwache Regionen oder strategische Industrien Es ist wichtig zu beachten, dass diese Vergünstigungen an konkrete Bedingungen geknüpft sind und regelmäßig überprüft werden. Eine professionelle Steuerberatung ist daher unerlässlich.

Mehrwertsteuer Vietnam: Was Unternehmen wissen müssen

Die Mehrwertsteuer Vietnam (Value Added Tax, VAT) wird auf die meisten Waren und Dienstleistungen erhoben. Es gibt drei Steuersätze:

  • 0 Prozent: Gilt für Exporte, internationale Transportdienstleistungen und bestimmte andere Leistungen
  • 5 Prozent: Anwendbar auf lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel, Wasser, medizinische Produkte und Bildungsdienstleistungen
  • 10 Prozent: Standardsatz für alle übrigen Waren und Dienstleistungen Ausländische Unternehmen, die in Vietnam mehrwertsteuerpflichtige Leistungen erbringen, müssen sich für die Mehrwertsteuer registrieren. Die Voranmeldungen erfolgen in der Regel monatlich oder vierteljährlich, abhängig vom Umsatzvolumen des Unternehmens.

Besonderheiten bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen

Seit 2022 müssen ausländische Anbieter digitaler Dienstleistungen – etwa Streaming-Plattformen oder Software-as-a-Service-Anbieter – die Mehrwertsteuer Vietnam direkt beim Finanzministerium anmelden und abführen. Dies betrifft auch Unternehmen ohne physische Präsenz im Land.

Einkommensteuer Vietnam für ausländische Arbeitnehmer und Expatriates

Die Einkommensteuer Vietnam (Personal Income Tax, PIT) betrifft sowohl vietnamesische als auch ausländische Arbeitnehmer. Das Steuersystem unterscheidet zwischen ansässigen und nicht ansässigen Steuerpflichtigen:

Steuerresidenz in Vietnam

Eine Person gilt als steuerlich ansässig in Vietnam, wenn sie:

  • sich mindestens 183 Tage innerhalb eines Kalenderjahres oder eines Zeitraums von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten in Vietnam aufhält,
  • einen dauerhaften Wohnsitz in Vietnam hat Steuerlich ansässige Personen unterliegen dem progressiven Steuertarif auf ihr weltweites Einkommen. Seit dem 1. Juli 2026 gilt nach Gesetz 109/2025/QH15 ein Tarif mit fünf Progressionsstufen statt vorher sieben; der Spitzensatz beträgt weiterhin 35 Prozent. Die konkreten Stufengrenzen sollten für den Einzelfall geprüft werden.

Nicht ansässige ausländische Arbeitnehmer zahlen hingegen einen Pauschalsteuersatz von 20 Prozent auf ihre in Vietnam erzielten Einkünfte – unabhängig von der Einkommenshöhe.

Freibeträge und Abzüge

Steuerlich ansässige Personen können folgende Freibeträge geltend machen:

  • Persönlicher Freibetrag: 15,5 Millionen VND pro Monat (seit 1. Juli 2026, Gesetz 109/2025/QH15)
  • Freibetrag für unterhaltsberechtigte Personen: 6,2 Millionen VND pro Person und Monat (seit 1. Juli 2026)
  • Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung und Krankenversicherung

Weitere relevante Steuern in Vietnam

Neben den genannten Hauptsteuerarten gibt es weitere Steuern Vietnam, die für ausländische Investoren relevant sein können:

Quellensteuer (Withholding Tax)

Auf Zahlungen an ausländische Unternehmen ohne Betriebsstätte in Vietnam wird eine Quellensteuer erhoben. Diese sogenannte Foreign Contractor Tax (FCT) setzt sich aus einer CIT-Komponente und einer VAT-Komponente zusammen. Die genauen Sätze hängen stark von der Art der Leistung ab und sollten im Einzelfall mit einem Steuerberater geprüft werden.

Grundsteuer und Immobilienübertragungssteuer

Beim Verkauf einer Immobilie in Vietnam durch eine natürliche Person fällt eine Steuer von zwei Prozent des im Vertrag genannten Transferpreises an, die grundsätzlich der Verkäufer schuldet; ist der Verkäufer ein Unternehmen, unterliegt der Veräußerungsgewinn stattdessen der regulären Körperschaftsteuer. Darüber hinaus fallen jährliche Grundsteuern an, deren Höhe von der Nutzungsart und dem Standort abhängt.

Importzölle und Sonderverbrauchssteuer

Für importierte Waren gelten Zollsätze, die je nach Produktkategorie und Herkunftsland variieren. Durch Vietnams Mitgliedschaft in zahlreichen Freihandelsabkommen – darunter das EVFTA mit der EU und das CPTPP – profitieren viele Importeure von reduzierten oder abgeschafften Zollsätzen.

Doppelbesteuerungsabkommen: Schutz für ausländische Investoren

Vietnam hat mit über 80 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Diese Abkommen verhindern, dass dasselbe Einkommen in beiden Ländern vollständig besteuert wird, und bieten ausländischen Investoren wichtige Planungssicherheit.

Wer ein DBA in Anspruch nehmen möchte, muss in der Regel einen Ansässigkeitsnachweis des Heimatlandes vorlegen und bestimmte Verfahrensvorschriften einhalten. Die Beantragung der Abkommensvergünstigungen sollte daher frühzeitig und mit fachkundiger Unterstützung erfolgen.

Steuer-Compliance in Vietnam: Fristen und Pflichten

Die Einhaltung der steuerlichen Meldepflichten ist in Vietnam besonders wichtig, da Verstöße mit empfindlichen Bußgeldern und Zinsen geahndet werden können. Die wichtigsten Fristen im Überblick:

  • Monatliche VAT-Voranmeldung: Bis zum 20. des Folgemonats (für Unternehmen mit Jahresumsatz über 50 Milliarden VND)
  • Vierteljährliche VAT-Voranmeldung: Bis zum letzten Tag des ersten Monats des Folgequartals
  • Jährliche CIT-Erklärung: Bis zum 31. März des Folgejahres
  • Jährliche PIT-Erklärung: Bis zum 30. April des Folgejahres

Fazit: Professionelle Steuerberatung als Schlüssel zum Erfolg

Das Steuersystem Vietnam bietet ausländischen Investoren einerseits attraktive Anreize und Vergünstigungen, andererseits stellt es durch seine Komplexität und häufige Änderungen eine echte Herausforderung dar. Wer in Vietnam investieren möchte, sollte sich frühzeitig mit den lokalen Steuergesetzen vertraut machen und auf erfahrene Berater setzen.

Bei MaiVN Consulting unterstützen wir ausländische Unternehmen und Investoren bei allen steuerlichen Fragen rund um Vietnam – von der Unternehmensgründung über die laufende Compliance bis hin zur Steueroptimierung. Kontaktieren Sie uns noch heute für eine unverbindliche Erstberatung und starten Sie Ihr Vietnam-Engagement auf der sicheren Seite.

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